Der Markt für private erotische Fotos und Videofilme
August 27th, 2006Â
Sex, Erotik und Pornografie sind nach wie vor Zauberworte, die für eine nachhaltige Aufmerksamkeit beim Publikum sorgen. Vermutlich waren in der Erotik und Pornografie auch schon immer mehr Amateure am Werk als Profis, in dem Ausmaß wie im Internet allerdings noch nie. Die US-Marktforschungsunternehmen Netratings und Jupiter Media Metrix gehen davon aus, dass mindestens jeder vierte Internetnutzer regelmäßig Sexangebote ansteuert. Eine Studie der Unternehmensberatung Netvalue besagt, dass mehr als ein Drittel der Deutschen mindestens einmal pro Monat eine Erotik-Webseite besucht. Männliche Internetnutzer verbringen demnach monatlich durchschnittlich 81 Minuten auf Sexseiten, länger als ihre Geschlechtsgenossen im gesamten übrigen Europa. Dieser Nachfrage entsprechend zählte etwa das auf Filter-Software spezialisierte US-Unternehmen N2H2 allein im Monat Juli 2003 mehr als 28 Millionen neue Seiten mit pornographischen Inhalten im Web. Insgesamt stieg die Zahl damit seit 1998, als “nur” 14 Millionen Seiten gezählt wurden, um mehr als 1800 Prozent auf derzeit nun rund 260 Millionen Seiten an. Gesicherte Zahlen über die Gesamtumsätze der Erotik-Industrie (Deutschland bzw. weltweit) gibt es nach diesseitigem Kenntnisstand nicht. Hinsichtlich der Online-Umsatzanteile der Branche wird in Beiträgen häufig auf eine ältere Studie des britischen Marktforschungsunternehmens Datamonitor verwiesen, nach der über zwei Drittel der gesamten im Internet getätigten Umsätze in die Kassen von digitalen Erotik-Anbietern fließen. Im Jahre 2003 sollten nach dieser Untersuchung die Online-Umsätze der Branche auf ein Volumen von über 1,5 Mrd. Euro gestiegen sein. Das Online-Sex-Business zählte damit derzeit zweifellos mit zu den profitabelsten Branchen im Internet. Sex sells im Onlinegeschäft wie keine andere Ware. An allen Ecken des Netzes lauern virtuelle Fotoalben, Erotik-Video-Downloads, Video-Streamings, Webcams, Tabel-Dance-Bars, erotische Chatangebote oder Cyberstriplokale auf ihre Surfkundschaft.
Porno-to-go
Künftig werden wohl auch öfters intime Fotos und Filmchen von Handydisplays blitzen. “Denn fast nichts läßt sich über die neuen Multimedia-Mobilfunkgeräte so zuverlässig verkaufen wie Porno. Im Jahr 2004, schätzt der britisch-amerikanische Marktanalyst Visiongain, erzielten Anbieter von Erotikinhalten für Handys einen Umsatz von über 500 Mio. Euro. Schon 2005 dürften die Umsätze allein in Europa auf 1 Mrd. Euro steigen, glauben Analysten der Gartner Group. Mit den hochwertigen Displays der neuen Generation und guter Tonqualität, dank der schnellen Bildübermittlung und dem Videostreaming, dass das Abspielen von Bild und Text während des Downloads ermöglicht, lassen sich die modernen Handygeräte als Minifernsehen und Spielekonsolen nutzen. Und am liebsten sieht der Kunde Hauttöne” (Rybak, Financial Times Deutschland, Ausgabe 33, 01.04.2005).



